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Anmeldung für Blutspender:
Tel.: 0931/201-31230

Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg
transfusionsmedizin@ukw.de

DAS BLUT

Das Blut - Blutkonserve

Wissenswertes über Zusammensetzung und Funktion 

Blut besteht aus Blutzellen und Blutflüssigkeit (Plasma). Die Blutzellen kann man unterteilen in rote Blutzellen (Erythrozyten), weiße Blutzellen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).

Erythrozyten

Erythrozyten im Elektronenmikroskop
Erythrozyten (elek- tronenmikrosko- pische Aufnahme)

Rote Blutzellen (Erythrozyten) sind kleine, gut verformbare Zellen mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 Millimeter; ihre Form ist bikonkav. In einem Mikroliter Blut findet man mehr als 4 Millionen dieser Zellen.Sie enthalten den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), mit dessen Hilfe der Sauerstoff von der Lunge in den Körper transportiert wird. Erythrozyten werden im Knochenmark gebildet, zirkulieren für ca. 120 Tage in der Blutbahn und werden dann vorwiegend in der Milz abgebaut. Wenn zu viele Erythrozyten verloren gehen (z.B. bei einer Blutung infolge eines Unfalls), kann nicht mehr genügend Sauerstoff durch den Körper transportiert werden. Im schlimmsten Fall kann man sogar verbluten. Für die Bildung der Erythrozyten im Knochenmark benötigt man Eisen. Wenn zu wenig Eisen im Körper vorhanden ist, werden zu wenige Erythrozyten gebildet und es entsteht eine sog. (Eisenmangel-) Anämie. Obwohl dies die häufigste Ursache einer Blutarmut (Anämie) ist, gibt es natürlich auch noch viele andere Gründe, warum ein Patient zu wenig rote Blutzellen haben kann.

 

Leukozyten

Leukozyten im Elektronenmikroskop
Leukozyten (elek- tronenmikrosko- pische Aufnahme)

Weiße Blutzellen (Leukozyten) sind größer als Erythrozyten und rund geformt. Sie sind für die Abwehr (z.B. von Bakterien oder Viren) zuständig. Auch sie werden im Knochenmark gebildet, leben aber im Gegensatz zu Erythrozyten nur wenige Tage. In einem Mikroliter Blut sind zwischen 4000 und 10 000 dieser Zellen vorhanden. In Streßsituationen oder bei Infektionen werden viele weiße Blutzellen aus dem Knochenmark in die Blutbahn abgegeben und die Zahl steigt an. Werden zu wenige dieser Zellen gebildet, funktioniert die körpereigene Abwehr nicht mehr und man bekommt leicht Infektionen. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Leukozyten. Man unterscheidet u.a. Granulozyten und Lymphozyten. Beide erfüllen bei der Abwehr von Krankheitserregern unterschiedliche Aufgaben. Granulozyten sind vorwiegend für die Abwehr von Bakterien zuständig und attackieren diese quasi direkt; dabei gehen viele Granulozyten zugrunde und es entsteht Eiter. Wenn also irgendwo im Körper Eiter auftritt, ist dies im Allgemeinen ein Zeichen dafür, dass ein bakterieller Infekt vorliegt. Im Gegensatz dazu sind Lymphozyten vorwiegend bei der Abwehr von Viren beteiligt. Manche Lymphozyten produzieren dabei spezifische Abwehrstoffe, die Antikörper genannt werden. Diese können Viren wiederum mit Hilfe anderer Lymphozyten zerstören.

 

Thrombozyten

Blutplättchen im Elektronenmikroskop
Blutplättchen (elek- tronenmikrosko- pische Aufnahme

Blutplättchen (Thrombozyten) weisen eine Scheibenform auf und sind für die Blutgerinnung zuständig. Auch sie werden im Knochenmark gebildet und in die Blutbahn abgegeben. In einem Mikroliter befinden sich ca. 150 000 – 300 000 dieser Zellen. Kommt es zu einer Verletzung der Gefäßwand, so werden die Thrombozyten durch chemische Stoffe aus der Gefäßwand aktiviert, bleiben an der Gefäßwand kleben und verstopfen das entstandene Loch. Man kann dies im Elektronenmikroskop gut erkennen, weil die Blutplättchen dabei ihre Scheibchenform verlieren und zunächst kleine Fortläufer (Pseudopodien) ausbilden, bevor sie wie eine dünne Haut das entstandene Loch abdecken.

 

Aktivierte Blutplättchen mit Pseudopodien
Aktivierte Blutplättchen mit Pseudopodien

Wenn zu wenige dieser Zellen vorhanden sind (z.B. weil sie vom Knochenmark nicht richtig gebildet werden), können kleine oder größere Verletzungen der Blutgefäße nicht mehr richtig „abgedichtet“ werden. Es kann zunächst zu kleineren Einblutungen in die Haut (Fachausdruck: Petechien), zu Nasenbluten, Zahnfleischbluten und später zu größeren, auch lebensbedrohlichen Blutungen kommen. In solchen Fällen benötigt der Patient häufig eine Transfusion von Blutplättchen (Thrombozytentransfusion).

 

Blutflüssigkeit (Plasma)

Thrombose eines großen Blutgefäßes
Thrombose eines großen Blutgefäßes

Plasma enthält alle wichtigen Nährstoffe und andere Substanzen, die der Körper unbedingt benötigt. Hierzu gehören u.a. Eiweiße, Mineralstoffe, Wasser und vieles andere. Ganz besonders wichtig sind die Gerinnungsfaktoren, die neben den Blutplättchen für eine gute Blutstillung bei Verletzungen verantwortlich sind. Diese bestehen aus einer Vielzahl von Proteinen, die sich kaskadenartig aktivieren und zum Schluß eine Art Klebestoff (Fibrin) bilden, der zusammen mit den aktivierten Thrombozyten eine Verletzung der Gefäßwand verschließen kann. In diesem System gibt es eine Vielzahl von Störungsmöglichkeiten. So können zu wenige Faktoren vorhanden sein und es kann zu Blutungen kommen. Krankhafte Faktoren können aber auch zu einer Aktivierung der Blutgerinnung führen, ohne dass eine Gefäßwandverletzung vorliegt; dann können Gefäßverschlüsse (Thrombosen) entstehen.