Deutsch
English
Русский

Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg

Direktor
Prof. Dr. med. Markus Böck
Universitätsklinikum Würzburg
Oberdürrbacher Straße 6
97080 Würzburg
Tel.: 09 31-201 313 00
Fax: 09 31-201 313 76
e-mail: Markus.Boeck@mail.uni-wuerzburg.de

INFORMATION FÜR BLUTSPENDER

Information für Blutspender

Blutspenden heißt Leben retten 

 

 

 

 

 

Blutspenden ist heute wichtiger denn je. Durch die Fortschritte in der Medizin werden immer kompliziertere Operationen möglich, immer mehr schwer verletzte Unfallopfer erreichen lebend die Krankenhäuser, immer aufwändigere Transplantationen werden durchgeführt. Dadurch steigt der Bedarf an Blutkonserven stetig an. Aber auch die demographische Entwicklung trät dazu bei, daß immer mehr Blutkonserven benötigt werden. Die Menschen werden heute älter als früher - erfreulicherweise. Aber es treten auch immer mehr Alterskrankheiten auf, die behandelt werden müssen. Auch dafür werden immer mehr Blutkonserven benötigt.

 

Warum sollte man Blut spenden ?

Messung des roten Blutfarbstoffes vor der Blutspende
Messung des roten Blutfarbstoffes vor der Blutspende

Blutzellen und Blutflüssigkeit sind nicht durch künstliche Medikamente ersetzbar. Fehlen einem Patienten einzelne oder alle Blutbestandteile, so können diese nur durch die entsprechenden Blutbestandteile von gesunden Blutspendern ersetzt werden; eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Deshalb ist es sehr wichtig, dass immer genügend Blutkonserven für Unfallopfer oder schwer kranke Menschen zur Verfügung stehen. Auch viele moderne Operationen sind nur deshalb möglich, weil durch Bluttransfusionen der dabei auftretende Blutverlust ausgeglichen werden kann. Ohne die vielen Blutspenden, die täglich geleistet werden, wären viele Menschen heute nicht mehr am Leben. Deshalb tragen Sie durch eine Blutspende ganz konkret dazu bei, Menschenleben zu retten und zu erhalten.

Für den Blutspender selbst ist jede Blutspende wie ein kleiner Gesundheitscheck. Bei jeder Spende wird das Blut gründlich untersucht; bei auffälligen Befunden erhält der Spender sofort Bescheid. Vor jeder Spende wird der Spender von einem Arzt untersucht, der Puls, Blutdruck und ggf. andere auffällige Befunde überprüft. So können eventuell sich anbahnende Krankheiten frühzeitig erkannt und ggf. behandelt werden schon bevor subjektive Krankheitszeichen auftreten.

 

Welche Arten der Blutspende gibt es ?

Blick in eine Blutkonservenzentrifuge
Blick in eine Blutkonservenzentrifuge

Vollblutspende
Es werden 450-500 ml Blut zuzüglich Untersuchungsproben aus einer Armvene entnommen. Das Blut wird anschließend durch Zentrifugation in die einzelnen Bestandteile aufgetrennt (Plasma, Erythrozyten), gelagert und bei Bedarf einem Patienten transfundiert. Die Erythrozyten sind als Erythrozytenkonzentrat 5 Wochen bei 4 °C lagerfähig. Das Plasma muss mindestens 4 Monate bei Temperaturen unter – 30 ° C gelagert werden; danach erfolgt eine erneute Testung des Spenders auf Infektionskrankheiten und erst wenn diese Ergebnisse unauffällig sind, kann es einem Patienten transfundiert werden.

Der Abstand zwischen zwei Blutspenden sollte im Regelfall 12 Wochen betragen, er darf keinesfalls 8 Wochen unterschreiten. Bei mehrfachen Spenden jährlich ist es empfehlenswert, sich eisenreich zu ernähren; Details hierzu (z.B. welche Nahrungsmittel besonders geeignet sind) erfahren Sie im persönlichen Gespräch mit unseren Ärzten.

Thrombozytenspende
Blutplättchen werden im Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie mittels „Apherese“ gewonnen. Hierbei wird das Blut aus einer Armvene entnommen und in eine spezielle Apheresemaschine geleitet. Dort wird es zentrifugiert und nur die Blutplättchen gesammelt; alle anderen Bestandteile werden dem Blutspender zurück infundiert. Wichtig ist, dass der Blutspender 10 Tage vorher keine Medikamente eingenommen hat, die die Blutplättchen beeinflussen können (z.B. Aspirin). Die Apherese wird i.d.R. vom Blutspender sehr gut vertragen; allerdings dauert sie etwas länger als eine Vollblutspende. Eine Thrombozytenspende ist maximal alle zwei Wochen möglich.

Plasmaspende
Die Plasmaspende ist der Thrombozytenspende vergleichbar. Allerdings werden keine Thrombozyten, sondern Blutflüssigkeit gewonnen. Pro Jahr kann man bis zu 45 mal Plasma spenden, ohne dass durch die entnommene Plasmamenge eine Gefährdung der Gesundheit auftreten könnte.

 

Ist Blutspenden nicht gefährlich ?

Briefmarke Gefahr - Ist Blutspenden gefählich
(Bild aus Wikipedia)

Aus langjähriger Erfahrung weiß man, dass der menschliche Organismus das gespendete Blut sehr rasch erneuern kann. Daher entsteht kein Schaden durch die Entnahme des Blutes, auch nicht bei regelmäßigen Blutspenden. Da die Vollblutspende einen gewissen Einfluss auf den Eisenhaushalt haben kann, werden in der Regel ca. 12 Wochen Intervall zwischen zwei Vollblutspenden eingehalten. Im Allgemeinen genügt das vollständig, um den Eisenverlust wieder komplett auszugleichen. Falls dies jedoch einmal nicht der Fall sein sollte, kann man mit Eisenreicher Nahrung oder auch mit Eisen-Tabletten nachhelfen.

Vor einer Infektionsübertragung bei der Blutspende braucht man keine Angst zu haben. Es werden ausschließlich sterile Einmal-Artikel verwendet. Eine Ansteckung mit AIDS- oder anderen Erregern ist daher ausgeschlossen.

 

Wer darf Blut spenden ?

Wer darf Blut spenden

Grundsätzlich kann jede Person zwischen dem 18ten und 68ten Lebensjahr (Erstspender sollten in der Regel allerdings jünger als 60 Jahre sein - Ausnahmen sind jedoch möglich) Blut spenden. Voraussetzung ist, daß man sich gesund fühlt und anderen Menschen helfen will. Wenn man regelmäßig Medikamente einnimmt (z.B. gegen hohen Blutdruck), so sollte man dies mit dem Arzt des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie besprechen; dieser entscheidet dann individuell, ob für den Spender oder den Empfänger eine Gefahr bestehen könnte. Die Einnahme der Pille zur Empfängnisverhütung stört bei der Blutspende nicht. Nur wenn man die Minipille nimmt, sollte man bis zu einer Plasmaspende einen Zeitraum von mindestens 3 Stunden verstreichen lassen. 

Natürlich gibt es auch Gründe, warum jemand dauerhaft oder auch nur zeitlich begrenzt nicht Blut spenden kann. Zu den dauerhaften Ausschlussgründen gehört beispielsweise eine durchgemachte Leberentzündung vom Typ C (Hepatitis C), da diese eventuell auf den Empfänger übertragen werden könnte. Selbstverständlich gehört auch eine Infektion mit dem HI-Virus, dem Erreger von AIDS und einige andere Infektionen hierzu. Allerdings sind die Gründe für einen dauerhaften Ausschluss sehr selten.

Oft liegen Gründe für eine zeitlich begrenzte Rückstellung vor. Die häufigsten dieser Gründe finden Sie in der nachfolgenden Liste:

Ursache Rückstellungen
Während Krankschreibung Keine Spende
Bei offenen Wunden, Entzündungen der Haut, akuten allergischen Beschwerden, allgemeinem Unwohlsein Keine Spende
Nach Einnahme leichter Schmerzmittel z.B. Ibuprofen, Aspirin, ASS (Vorsicht Kombinationspräparate!)* 10 Tage
Nach Einnahme anderer Medikamente (außer Pille) nach ärztlicher Entscheidung
Nach Akupunktur (sterile Bedingungen, ärztliches Attest) nach ärztlicher Entscheidung
Nach Erkältung, banalem Infekt 1 Woche
Nach Infekt mit Fieber oder bei Antibiotikaeinnahme 4 Wochen
Nach Magen/Darm- Infekt (Durchfall, Erbrechen) 4 Wochen
Nach Zahn- oder Kieferbehandlung 1 Woche
Nach kleinem operativem Eingriff 1 Woche
Nach großen Operationen, Endoskopie, Biopsie 4 Monate
Nach Tätowierungen, Ohrlochstechen, Piercing, Stichverletzungen 4 Monate
Nach Zeckenbiss (ohne Symptome) 8 Woche
Nach Impfungen (ohne Komplikationen) mit Tot- bzw. Toxoidimpfstoffen (z.B. Diphterie, Grippe, Tetanus, FSME, Hepatitis A, Kinderlähmung, Gebährmutterhalskrebs [Papillomaviren]) 48 Stunden
Nach Impfung gegen Hepatitis B 1 Woche
Nach Impfung mit Lebendimpfstoffen (z.B. Röteln, Masern, Mumps) 4 Woche
Nach Reisen ins außereuropäische Ausland (auch Türkei) Mindesten 4 Wochen (ggf. längere Rückstellung nach ärztlicher Entscheidung)
Nach Reisen in Malaria-Endemiegebiete 6 Monate
Nach Schwangerschaft 6 Monate

*Bitte geben Sie die Einnahme solcher und anderer Schmerzmittel unbedingt dem Arzt bei der Blutspende an, da solche Präparate u.U. zur Wirkungslosigkeit gespendeter Blutzellen führen können.

Selbstverständlich gibt es darüber hinaus auch noch weitere Gründe für eine zeitlich begrenzte Rückstellung. Falls Sie unsicher sind, ob solche Gründe bei Ihnen vorliegen oder nicht, können Sie gerne bei uns anrufen (Tel. 0931/201-31230) oder uns eine E-Mail oder ein Fax (0931/201-31233) senden. Wir werden Ihnen dann so rasch als möglich antworten.

 

Wie funktioniert Blutspenden ?

Wenn Sie Blutspender werden wollen, kommen Sie einfach während unserer Öffnungszeiten vorbei. Da wir für die einzelnen Spendearten (z.B. Vollblutspende, Thrombozytenspende, Plasmaspende) verschiedene Termine reserviert haben, ist es jedoch empfehlenswert, wenn Sie vorher kurz bei uns anrufen (Tel. 0931/201-31230) und Ihren individuellen Spendetermin vereinbaren. Dadurch können Terminprobleme bzw. unnötige Wartezeiten vermieden werden.

Vor jeder Blutspende müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen, in dem Sie nach eventuellen Krankheitszeichen gefragt werden. Gleichzeitig erklären Sie auf diesem Bogen, dass Sie mit der Blutspende einverstanden sind. Ebenfalls vor jeder Blutspende wird eine geringe Menge Blut entnommen, in dem untersucht wird, ob beispielsweise Ihr roter Blutfarbstoff oder die Thrombozytenzahl in Ordnung sind. Danach erfolgt die Blutspende, bei der neben der Blutkonserve selbst nochmals eine geringe Menge Blut für die Untersuchung auf Infektionen entnommen wird. Nach der Blutspende sollten Sie sich noch etwas bei uns aufhalten und ein paar Kekse essen und etwas trinken. Autofahren dürfen Sie frühestens 30 Minuten nach der Spende wieder. Wenn Sie einer Tätigkeit mit erhöhtem Risiko nachgehen (z.B. Busfahrer, Taxifahrer) oder wenn Ihnen (was selten passiert) etwas übel sein sollte, müssen Sie länger warten. Details hierzu erfahren Sie von unseren Ärzten.

Sie sollten vor jeder Blutspende gut gegessen und getrunken haben. Auf keinen Fall sollten Sie zur Blutspende kommen, ohne etwas gegessen zu haben. Bitte vergessen Sie auf keinen Fall, Ihren Ausweis oder Reisepass mitzubringen. Ohne offiziellen Lichtbildausweis dürfen wir Sie nicht spenden lassen und müßten Sie schlimmstenfalls sogar wieder weg schicken – und das wäre sehr schade.

 

Wie lange dauert die Blutspende ?

Wie lange dauert die Blutspende
(Bild aus Wikipedia)

Welche Zeitdauer Sie für eine Blutspende einkalkulieren müssen, hängt natürlich von der Art der Spende ab.

Vollblutspende
Sofort nach Eintreffen im Institut erhält der Spender verschiedene Unterlagen, die er durchlesen, ausfüllen und unterschreiben muß. Anschließend werden die ausgefüllten Unterlagen bei einem/r Mitarbeiter/in an der Anmeldung abgegeben, der/die dann auch etwas Blut für die Hämoglobinbestimmung abnimmt (nur wenn dieser Wert normal ist, wird man zur Spende zugelassen). Dies nimmt ca. 6 Minuten in Anspruch. Von dem/r Mitarbeiter/in der Anmeldung wird anschließend ein Arzt für die Untersuchung gerufen. Im Schnitt dauert es 5 Minuten, bis der Arzt eintrifft. Die Untersuchung selbst geht recht rasch (ca. 5 Minuten); auch das Abgeben der fertigen Unterlagen und das Warten auf die nächst frei werdende Spendeliege nimmt kaum Zeit in Anspruch (ca. 8 Minuten). Insgesamt vergeht also nach dem Eintreffen im Institut für Transfusionsmedizin im Durchschnitt eine knappe halbe Stunde, bis die tatsächliche Spende beginnt. Die Spende selbst dauert dann zwischen 10 und 20 Minuten. Da man nach der Spende nicht gleich weglaufen, sondern vielleicht noch etwas trinken und ein paar Kekse essen sollte (und natürlich noch einen Termin für die nächste Spende bekommt), beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei einer Vollblutspende in unserem Institut.

ca. 50 Minuten

Bei Blutspendern, die zum ersten Mal bei uns sind, dauert das Ganze natürlich etwas länger. So braucht man in der Regel zum Ausfüllen des Fragebogens etwas mehr Zeit. Auch das Arztgespräch und die Spende selbst beanspruchen etwas mehr Zeit. Insgesamt verbringt man bei der ersten Spende durchschnittlich 66 Minuten in unserer Abteilung.

Thrombozytenspende (Apherese)
Das Ausfüllen der Unterlagen sowie die Prüfung der Unterlagen und die Blutentnahme an der Anmeldung zur Bestimmung des Hämoglobins und der Thrombozytenzahlen dauern ca. 6 Minuten. Der Arzt kommt im Durchschnitt 4 Minuten später, die Untersuchung selbst dauert auch nur knapp 4 Minuten. Das Abgeben der fertigen Unterlagen und das Warten auf die nächste Spendeliege beanspruchen ca. 7 Minuten. Insgesamt muß man also auch hier mit etwa einer halben Stunde zwischen dem Eintreffen im Institut und dem Beginn der Thrombozytenspende rechnen. Die Thrombozytenspende selbst dauert allerdings wesentlich länger als eine Vollblutspende, so dass die Spender im Durchschnitt das Institut nach

1 Stunde 30 Minuten

wieder verlassen.

Allerdings: Bei den genannten Zeiten handelt es sich um Durchschnittswerte, die aus einer Analyse von vielen Spenden stammen. Im Einzelfall kann es auch einmal schneller gehen; es kann aber auch einmal sein, dass es doch etwas länger dauert als die hier angegebenen Zeiten. Dies kann beispielsweise dann passieren, wenn zur gleichen Zeit plötzlich viele Spender auf einmal kommen oder einer unserer Ärzte dringend zu einem Patienten gerufen wird (unsere Ärzte betreuen ja neben den Blutspendern auch noch Patienten, die in unserem Institut behandelt werden). Wenn Sie also doch einmal etwas länger als die Durchschnittszeit benötigen – seien Sie uns nicht böse; wir bemühen uns sehr, die Spendedauer so kurz wie möglich zu gestalten. Und meist gelingt dies ja auch.

 

Wie erreichen Sie uns ?

Für Fragen oder für die Vereinbarung eines Spendetermins (Vollblutspende nur Mittwoch Nachmittag) erreichen Sie uns

Mo. 08.00 – 17.00 Uhr
Di. 08.00 – 16.00 Uhr
Mi. 08.00 – 19.00 Uhr
Do. 08.00 – 16.00 Uhr
Fr. 08.00 – 13.00 Uhr

telefonisch unter der

Tel.-Nr. 0931/201-31230

Sie können uns aber auch ein Fax (Fax. 0931/201-31233) oder eine E-Mail schicken.

Eine Terminvereinbarung ist nur telefonisch möglich.