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Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg
transfusionsmedizin@ukw.de

Direktor
Prof. Dr. med. Markus Böck
Universitätsklinikum Würzburg
Oberdürrbacher Straße 6
97080 Würzburg
Tel.: 09 31-201 313 00
Fax: 09 31-201 313 76
boeck_m@ukw.de

AKTUELLE PROJEKTE

Foschungsvorhaben des Instituts

Molekulare Mechanismen der „platelet storage lesion“ und Optimierung der Lagerungsbedingungen von Thrombozytenkonzentraten


Die Transfusion von Thrombozytenkonzentraten wird zur Prophylaxe oder zur Therapie von Blutungen bei Thrombozytopenien oder bei Thrombozytenfunktionsstörungen eingesetzt. Insbesondere onkologische Patienten sind im Verlauf der Behandlung, z.B. nach Chemo- oder Radiotherapien, häufig auf die Gabe von Fremdthrombozyten angewiesen. Für diesen Zweck werden Thrombozyten aus Spenden gewonnen und als Thrombozytenkonzentrate für bis zu 4 Tage gelagert.

Während der Lagerung treten u.a. morphologische Veränderungen auf. Die Rezeptorendichte und -zusammensetzung auf der Thrombozytenoberfläche ändert sich. Die gelagerten Thrombozyten weisen eine abnehmende Aktivier- und Aggregierbarkeit auf und büßen damit einen Teil ihrer hämostatischen Kapazität ein. Dieser Prozess wird als „platelet storage lesion“ bezeichnet. Durch die Abnahme der Thrombozytenfunktion während der Lagerung ist eine geringere Effektivität der transfundierten Thrombozyten verbunden.

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich damit, welche Veränderungen in den thrombozytären Signaltransduktionswegen in Abhängigkeit von verschiedenen physikalischen und biochemischen Lagerungsbedingungen in Gang gesetzt werden. Ziel ist es, die Mechanismen aufzuklären, die auf molekularer Ebene zur „platelet storage lesion“ führen. Das Verständnis für diese Prozesse ist eine wesentliche Voraussetzung, um geeignete Strategien für  eine Optimierung der Lagerungsbedingungen zu entwickeln.

 

Dr. med. Jürgen Kößler Tel.: 0931-201-31387 (e-mail: koessler_j@ukw.de)
Dr. rer. nat. Anna Kobsar Tel.: 0931-201-31440 (e-mail: kobsar_a@ukw.de)

 

 

Einfluss von therapeutischen und präparativen Apheresen auf physiologische und pharmakologische Verhältnisse im menschlichen Blut


Bei Apheresen wird durch Zentrifugation in einem Zellseparator das von einem Patienten oder Spender entnommene Blut in einzelne Fraktionen aufgetrennt (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Plasma), die schließlich gezielt entnommen werden können.
Bei den präparativen Apheresen werden von Spendern Blutprodukte gewonnen, die für die Verwendung an Patienten bestimmt sind (z.B. Thrombozytenkonzentrate oder Stammzellpräparate). Therapeutische Apheresen sind ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen, besonders nach Versagen einer initialen immunsuppressiven Therapie.

Apheresen gelten im Hinblick auf die primär intendierten Effekte (z.B. Senkung von Antikörperspiegeln) als sehr effizient und weisen insgesamt geringe Komplikationsraten auf. Bei Apheresen können aber prinzipiell Veränderungen der Bluteigenschaften auftreten, die schließlich zu klinischen Komplikationen führen können.
An unserem Institut finden daher Untersuchungen statt, welche Effekte auf medikamentöse Wirkstoffspiegel und auf den Protein-, Elektrolyt- und Hormonhaushalt im Rahmen der verschiedenen Apheresearten auftreten. Von besonderem Interesse ist auch, wie die Beeinträchtigung der Gerinnung und Thrombozytenfunktion, z.B. bei Kontakt des Blutes mit Fremdoberflächen, verhindert werden kann.

 

Ansprechpartner:
Dr. med. Jürgen Kößler Tel.: 0931-201-31387 (e-mail: koessler_j@ukw.de)
Dr. rer. nat. Anna Kobsar Tel.: 0931-201-31440 (e-mail: kobsar_a@ukw.de)