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Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg
transfusionsmedizin@ukw.de

INFORMATIONEN FÜR EIGENBLUTSPENDER

Eigenblutspende

Eigenblutspende - wann, wie wo?

 

 

 

 

 

Das Risiko, bei einer Bluttransfusion eine Infektion zu erleiden, ist während der letzten Jahre immer geringer geworden. Hierzu haben eine strenge Spenderauswahl und vor allem intensive Untersuchungen der Blutkonserven auf bestimmte Infektionskrankheiten wesentlich beigetragen. Heute liegt beispielsweise das Risiko einer Übertragung des Immunschwäche-Virus HIV unter 1:4 Mio. Auch die Übertragung von Hepatitis-Viren, die eine Leberentzündung auslösen können, ist selten geworden. Insgesamt gesehen ist eine Bluttransfusion eine medizinische Maßnahme, die einen hohen Sicherheitsstandard aufweist und nur mit geringen Risiken belastet ist. Übertriebene Angst vor eine Bluttransfusion ist daher unbegründet.

Allerdings bleibt – wie bei allen medizinischen Eingriffen - trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ein gewisses Restrisiko. Obwohl es heute sehr unwahrscheinlich geworden ist, sich durch eine Bluttransfusion mit einer Infektionskrankheit zu infizieren, kann dies nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für Infektionskrankheiten, von denen wir heute vielleicht noch gar nichts wissen und die wir deshalb auch nicht nachweisen können. 

Deshalb kam man bereits vor mehr als 30 Jahren auf die Idee, daß manche Patienten für sich selbst Blut spenden sollten. Damit könnte man die Transfusion von fremden Spenderblut reduzieren oder in machen Fällen ganz vermeiden. Theoretisch ließe sich so das geringe Restrisiko einer Infektionsübertragung noch weiter verringern. 

 

Eigenblut spenden - wie funktioniert das?

Der Operateur legt fest, ob bei einer Operation eine Transfusion ernsthaft in Betracht kommt (Transfusionswahrscheinlichkeit > 10%) und wie viele Blutkonserven im Einzelfall benötigt werden. Außerdem muß beurteilt werden, ob ein Patient überhaupt für die Eigenblutspende geeignet ist und wann die Operation stattfinden soll. Danach kann mit dem Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie Kontakt aufgenommen werden.

Der Patient erhält vom Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie einen Vorstellungstermin, zu dem er mit den benötigten Unterlagen (die ihm von seinem behandelnden Arzt bzw. Operateur mitgegeben werden) in das Institut kommt. Dort wird etwas Blut entnommen, aus dem beispielsweise die Blutgruppe bestimmt und einige andere wichtige Untersuchungen durchgeführt werden. Wenn sich bei diesen Untersuchungen keine Gründe herausstellen, die gegen eine Eigenblutspende sprechen, erhält der Patient seinen ersten Spendetermin.

Vor diesem Termin sollte der Patient ausreichend gegessen (z.B. gut gefrühstückt) und getrunken haben. Vor der eigentlichen Spende wird zunächst nochmals etwas Blut entnommen, um auch aktuell sicherzustellen, daß der Patient genügend roten Blutfarbstoff für eine Spende aufweist. Außerdem wird der Patient einem Arzt vorgestellt, der sich nochmals von der Spendefähigkeit überzeugt. Erst danach erfolgt die eigentliche Blutspende, die sich nicht wesentlich von der einer normalen Blutspende unterscheidet. Falls erforderlich, wird der Patient dabei an einem Monitor überwacht bzw. erhält etwas Flüssigkeit als Ersatz für das entnommene Blutvolumen infundiert.

Danach sollte sich der Patient noch eine Weile zur Überwachung in unserem Institut aufhalten; dabei kann er etwas trinken oder einige Kekse essen. Autofahren darf man frühestens nach 30 Minuten; wenn man risikoreiche Tätigkeiten ausübt (z.B. als Busfahrer oder Taxifahrer) muss man länger warten (Einzelheiten erfahren Sie von unseren Ärzten). Insgesamt gesehen ist es aber sicher günstig, wenn man als Eigenblutspender nicht selbst mit dem Auto kommt, sondern sich von einem Verwandten oder Bekannten fahren lässt.

Wird mehr als eine Blutkonserve benötigt (was meist der Fall ist), kann die Blutspende in wöchentlichen Abständen ca. 2-3 mal wiederholt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß der rote Blutfarbstoff rasch genug nachgebildet wird. Dies wird selbstverständlich vor jeder erneuten Blutspende genau überprüft. Ggf. kann man die Neubildung auch durch die Gabe von Eisentabletten etwas unterstützen. Die letzte Eigenblutspende sollte dann etwa eine Woche vor dem Operationstermin erfolgen, damit der Körper noch genügend Gelegenheit hat, sich bis zur Operation wieder zu erholen. Auf diese Weise kann man im Durchschnitt zwei bis vier Eigenblutkonserven gewinnen.

(Diese Beschreibung spiegelt die Organisation am Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Universitätsklinikums Würzburg wieder; an anderen Kliniken können Details sicherlich etwas anders geregelt sein. Am besten fragen Sie Ihren behandelnden Arzt nach Einzelheiten)

 

Ist eine Eigenblutspende vollkommen risikolos ?

Nein, selbstverständlich beinhaltet auch die Eigenblutspende (wie jede medizinische Maßnahme) ein gewisses Risiko. Dies ist allerdings sehr gering; nur ganz selten kommt es zu schwerwiegenden Zwischenfällen bei der Spende. Die Höhe des jeweiligen Risikos richtet sich nach dem Alter und den Vorerkrankungen des Patienten und ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Deshalb muss immer das Risiko einer Eigenblutspende mit dem Risiko einer Fremdbluttransfusion abgewogen werden. Nur wenn das Risiko geringer als das der Fremdbluttransfusion ist, wird man eine Eigenblutspende in Erwägung ziehen. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber; er kann Ihnen kompetent Auskunft geben.

 

Kann jeder Patient Eigenblut spenden ?

Nein, für eine Eigenblutspende müssen bestimmt Voraussetzungen erfüllt sein. So muss beispielsweise ausreichend Zeit vor der Operation sein, um überhaupt Eigenblut spenden zu können; bei Notfall- oder dringenden Eingriffen geht es natürlich nicht. Es gibt auch bestimmte Krankheitsbilder, bei denen eine Eigenblutspende nicht möglich ist. Hierzu gehören beispielsweise infektiöse Erkrankungen, bestimmte Herz-Kreislauferkrankungen und andere Erkrankungen. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen konkret Auskunft darüber geben, ob bei Ihnen eine Eigenblutspende überhaupt möglich ist.

Und noch eines:
Selbstverständlich macht eine Eigenblutspende nur dann Sinn, wenn bei Ihrer Operation eine Bluttransfusion ernsthaft in Betracht kommt. Man geht i.d.R. von einer Transfusionswahrscheinlichkeit von ca. 10% aus; liegt sie unter 10%, sollte man sich eine Eigenblutspende gründlich überlegen.

Warum muß man für eine Eigenblutspende den genauen Operationstermin wissen ?

Blutkonserven sind 35 Tage haltbar. Daher muss die Eigenblutspende zeitlich genau geplant werden. Verschiebungen des Operationstermin „nach hinten“ können leicht zu einem Verfall bereits gespendeter Eigenblutkonserven führen. Dies wäre natürlich sehr ärgerlich und muss unter allen Umständen vermieden werden.


Haben Sie noch Fragen ?

Am besten besprechen Sie noch offene Fragen mit Ihrem behandelnden Arzt. Er kennt Ihr Krankheitsbild am besten und kann Ihnen am kompetentesten Auskunft erteilen. Selbstverständlich stehen aber auch wir Ihnen für Fragen jederzeit zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach zu unseren Öffnungszeiten an (Tel. 0931/201-31230), senden Sie uns ein Fax (Fax. 0931/201-31376) oder eine E-Mail .